Domainumzug leicht gemacht

Domainumzug leicht gemacht

19. Juni 2013 15:52 14 comments

5 Tipps, die Sie bei einem Providerwechsel unbedingt beachten sollten

Wussten Sie, dass die Angst vor dem Domainumzug einer der häufigsten Gründe dafür ist,  dass Kunden, die eigentlich schon lange mit ihrem Provider unzufrieden sind, zähneknirschend doch bleiben? Oder aber, sie registrieren, was aus SEO-Sicht sogar noch unvorteilhafter ist, bei einem Wechsel lieber einen neuen Domainnamen und kündigen den alten bzw. lassen ihn einfach weiterlaufen.

Kein Wunder, dass viele Provider kein Interesse haben, Kunden auf die Möglichkeiten eines Domainumzugs aufmerksam zu machen. Auf diese Weise lassen sich – sehr komfortabel – auch mit einem längst „verlorenen“ Kunden weiterhin Umsätzen erzielen.

Doch ein Domainumzug ist einfacher, als man denkt. Hier möchte ich die fünf Punkte vorstellen, die man dabei unbedingt beachten sollte.

  1. Domains können auch unabhängig vom Hosting-Produkt umgezogen werden

In der Regel registriert man seine Domain zusammen mit einem Hosting-Produkt.  Trotzdem kann man eine Domain unabhängig davon verwalten und natürlich auch umziehen. Wechselt man von einem Hosting-Produkt eines Anbieters zu einem anderen, ist das meist mit Hilfe der jeweiligen Verwaltungsprogramme des Hosters komfortabel möglich. Normalerweise besteht dabei keine Gefahr, dass die Domain „unterwegs“ verloren geht. Und auch bei Problemen hilft einem der Support des Hosters gerne weiter.

Komplizierter wird es, wenn man zu einem anderen Provider wechselt. Überlegen Sie gut, mit welchen Domains Sie umziehen möchten.

 

  1. Es muss nicht immer ein Umzug sein – eine Weiterleitung reicht oft auch

Nein, das soll jetzt kein Rückzieher sein. Es gibt durchaus Fälle, in denen es vorteilhaft sein kann, wenn nur ausgewählte – also nicht alle – Domains zum neuen Provider umziehen. Zum Beispiel dann, wenn man dadurch Geld sparen kann. Angenommen, man hat bei seinem alten Provider einige Domains registriert, die deutlich günstiger sind, als beim neuen Provider, wohingegen dieser das deutlich bessere Hosting-Produkt anbietet.

Wenn hinter diesen Domains kein „relevanter“ Content, sprich ich gut-rankende Website steht, spricht eigentlich nichts gegen die Einrichtung einer Weiterleitung.  Mit einem leicht zu bedienenden  Homepage-Baukasten, wie zum Beispiel WebBuilder kann man zu diesen Domains auch separate Landingpage erstellen.

Handelt es sich jedoch um eine Domain mit „relevantem“ Content, zum Beispiel um die Hauptdomain Ihrer Internetpräsenz, sollten sie mit dieser unbedingt zu Ihrem neuen Provider umziehen.

 

  1.  Der KK-Antrag

Ein Domainumzug wird fachsprachig auch KK-Antrag (Konnektivitäts-Koordinations-Antrag) genannt. Um einen KK-Antrag stellen zu können, muss man entweder der Inhaber oder der administrative Ansprechpartner (Admin-C) der entsprechenden Domain sein.

Wenn Sie einen Domainwechsel planen, sollten Sie als zuerst die Übernahme Ihre Domain beim neuen Provider beantragen. Erst dann sollten Sie Ihre Domain bei Ihrem aktuellen kündigen und – das ist sehr wichtig! – die Zusendung eines Auth-Codes für den Transfer anfordern. Aus juristischen Gründen muss die Benachrichtigung Ihres aktuellen Providers (Kündigung und Freigabe zum Transfer Ihrer Domain) unbedingt schriftlich, per Fax oder Brief, erfolgen.

Keine Angst, wenn Sie mit Ihrer Domain wechseln wollen, darf Ihnen Ihr Provider die Herausgabe des Auth-Codes nicht verweigern.

 

4. Der Auth-Code

Der Authorization Code oder kurz Auth-Code genannt ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Passwort. Es berechtigt den neuen Provider, die zum Transfer freigegebene Domain zu übernehmen.

Ist der Auth-Code bei Ihnen eingetroffen, sollte sie keine Zeit verlieren und diesen direkt an Ihren neuen Provider weiterleiten. Nur so kann die Domainübernahme bei der zuständigen Vergabestelle (NIC /Network Information Center) schnellstmöglich beauftragt werden.
DE-Domains gehören zu denjenigen Top-Level-Domains (TLDs), mit denen Sie sehr leicht von einem Provider zu einem anderen wechseln können. Doch das ist nicht bei allen TLDs der Fall. Je nach Domain sind weitere bzw. andere Regularien zu beachten, die jeweils von der entsprechenden NIC-Verwaltungen festgelegt werden. Ein Beispiel ist die FOA-Mail.

 

5. Die FOA-Mail

Die FOA-Mail ist eine besondere Sicherheitsmaßnahme, die für den Wechsel bestimmter Top-Level-Domains erforderlich ist. Dazu zählen zum Beispiel die folgenden Domainendungen: .EU, .NL, LI, .CH oder auch .ME.

Möchte man mit einer dieser Domains den Provider wechseln, so erhält man zusätzlich zum Auth-Code seiner Domain eine separate Mail, die sogenannte FOA-(Form of Authorization)Mail. Die FOA-Mail erhält einen Link zu einer Seite, auf der man den Start zum Domaintransfer persönlich freigeben muss. Aber das ist sehr einfach. Man muss lediglich im vordefinierten Feld den Auth-Code der Domain eintragen und bestätigen.

 

Fazit

Wie Sie sehen, ist ein Domainumzug einfacher, als man vielleicht denkt. Bitte achten Sie vor allem darauf, dass Sie bei Ihrem alten Provider immer die „Freigabe Ihrer Domain zum Transfer“ und nicht die „Lösung Ihrer Domain“ beantragen. Denn das ist mit Abstand der häufigste Fehler, den Domaininhaber machen. Ein Fehler, der unter Umständen sogar zum Verlust Ihrer Domain führen kann.

Weiterhin sollten Sie, bevor Sie irgendwelche Schritte für einen Providerwechsel einleiten, Kontakt mit dem Kundenservice Ihres neuen Providers aufnehmen. Sprechen Sie mit Ihrem neuen Provider die erwähnten fünf Punkte durch und fragen Sie direkt nach, ob noch weitere spezielle Bedingungen bei einem Domainumzug zu beachten sind. Vor allem sollten Sie natürlich sicher gehen, dass Ihr neuer Provider die gewünschte Domainendung überhaupt in seinem Domainportfolio anbietet. So dürfte Ihrem erfolgreichen Domainumzug nichts im Wege stehen.

Autor:

Wolf-Dieter Fiege ist Experte für Domainfragen und arbeitet als Blogger und Online Redakteur bei der Host Europe GmbH.

Bildnachweis: Host Europe GmbH

 

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